Vorschau auf Filmstarts 2026

Things to come

Ein episches Kinojahr liegt vor uns: Christopher Nolans „Odyssee“ und Steven Spielbergs Science-Fiction-Film „Disclosure Day“ könnten für volle Kinos sorgen, und Netflix präsentiert Greta Gerwigs „Narnia“. Aber auch das internationale Autorenkino schläft nicht; neue Projekte von Albert Serra, Luca Guadagnino, Alejandro G. Iñárritu, Paul Schrader, Angela Schanelec und vielen anderen sind in der Pipeline. Eine Vorschau über neue Filme, mit denen Cineasten in den nächsten Monaten rechnen können.

Von Michael Kienzl

Sehenswerte Filme

Der Fremde

  • Frankreich 2025
  • R: François Ozon
  • Mit: Benjamin Voisin

Im Algerien der 1930er-Jahre wird ein junger Franzose wegen des Mordes an einem Einheimischen verhaftet. Die Verfilmung von Albert Camus’ gleichnamigem Romanklassiker rollt die Erlebnisse des Mannes vor der im Affekt begangenen Tat auf und mündet in den Prozess. Eine in exquisiten schwarz-weißen Bildern gefilmte Adaption mit einer großen inneren Spannung. - Sehenswert ab 14.

Bon Voyage - Bis hierher und noch weiter

  • Frankreich 2025
  • R: Enya Baroux
  • Mit: Hélène Vincent

Eine schwerkranke französische Seniorin lässt sich zusammen mit ihrem Sohn und ihrer Enkelin von einem Altenpfleger in die Schweiz kutschieren, wo sie sich heimlich für einen assistierten Suizid angemeldet hat. Eine mit viel Fingerspitzengefühl inszenierte Tragikomödie, die souverän Tragik und Humor, Ernst und Heiterkeit ausbalanciert. Der schwungvolle Film besticht vor allem durch die schauspielerischen Leistungen. - Ab 14.

Die jüngste Tochter

  • Frankreich 2025
  • R: Hafsia Herzi
  • Mit: Nadia Melliti

Eine muslimische Abiturientin aus Paris erkundet ihre sexuelle Identität und sucht zwischen Familie, Glauben und Begehren nach ihrem Weg. Der Film zeigt sie als Lernende, in der Liebe wie im Verstehen ihrer selbst. Ohne gängige Coming-of-Age-Klischees, mit einer grandiosen Hauptdarstellerin und getragen von einer Montage, die Kontraste lieber ornamental verbindet als gegeneinander ausspielt, reift die Studentin an ihren inneren Konflikten. - Sehenswert ab 16.

Lexikon des internationalen Films

Neuer Kinotipp: „Ein einfacher Unfall“

In dem iranischen Drama „Ein einfacher Unfall“ glaubt ein ehemaliger politischer Gefangener, den Mann wiedererkannt zu haben, der ihn im Gefängnis gefoltert hat. Er entführt den vermeintlichen Peiniger, um ihn zu töten. Da er dessen Gesicht nie gesehen hat, kommen Zweifel auf. Auf der Suche nach Gewissheit zieht er frühere Mitgefangene hinzu, was zum Beginn einer grotesken Odyssee durch Teheran wird. Der hintergründige, autobiografisch beeinflusste Film ist neuer Kinotipp der Katholischen Filmkritik.

Willy Hans

Irgendwie ist jeder Film eine Art Coming-of-Age-Film, weil es darum geht, dass Menschen älter werden und an den Herausforderungen des Alltags wachsen. Die Zeit rinnt dahin – und auf einmal entsteht daraus eine Bedeutung.

Neu in Mediatheken

Herz in Flammen

  • Deutschland 2001
  • R: Berno Kürten
  • Mit: Anja Kling
Amüsante Liebeskomödie um zwei Singles wider Willen.
Bis 6.1. in der ARD-Mediathek

Der Rausch

  • Dänemark 2020
  • R: Thomas Vinterberg
Preisgekröntes Drama um einen kuriosen Alkohol-Selbsttest.
Bis 7.2. in der ARD-Mediathek

TV aktuell

Christine (arte)

  • Frankreich 1958
  • R: Pierre Gaspard-Huit
  • Mit: Romy Schneider
"Liebelei"-Adaption mit Romy Schneider und Alain Delon.
8.1., 14.00-15.50, arte

King Richard (Sat.1)

  • USA 2021
  • R: Reinaldo Marcus Green
  • Mit: Will Smith
Biografischer Film über den Tenniscoach Richard Williams
8.1., 20.15-23.10, SAT.1

DVD | BD | Streaming Tipps

Made in Korea

  • Bei Disney+: Im Südkorea der 1970er angesiedelte Politthriller-Serie um einen korrupten Geheimdienst-Agenten und einen Staatsanwalt, der gegen ihn ermittelt.

Cover-Up

  • Bei Netflix: Eine dokumentarische Biografie über den 1937 geborenen US-amerikanischen Enthüllungsjournalisten Seymour Hersh, der seit den 1960er-Jahren über Kriegsverbrechen, Überwachungsskandale und Staatsstreiche berichtet.

The Long Walk - Der Todesmarsch

  • Auf DVDE/BD/4k & digital: Die Adaption eines Stephen-King-Romans um eine Gruppe von 50 jungen Männern, die auf einem tödlichen Marsch gegeneinander konkurrieren, den nur einer von ihnen überleben wird.

Goodbye June

  • Bei Netflix: Kate Winslets Regiedebüt, ein Weihnachtsdrama um eine Familie, die im Dezember das Sterben der krebskranken Mutter begleitet.

Amadeus

  • Bei Sky/WOW: Fünfteilige Serie über Wolfgang Amadeus Mozart, dem Ende des 18. Jahrhunderts in Wien der Neid des Hofkomponisten Antonio Salieri entgegenschlägt.

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