Spuren des Religiösen im Film

Leise Präsenz: Shintoistische Motive in den Kinderfilmen von Hayao Miyazaki

Auf den ersten Blick sind die Filme des japanischen Anime-Regisseurs Hayao Miyazaki vor Fantasie überbordende Abenteuerfilme oder Märchen. Doch das ist nicht alles. Sensibel wird darin beobachtet und bewertet, wie die Menschen sich in diesen Welten verhalten. Und wie sehr dieses Verhalten vom Shintoismus geprägt ist. Denn diese Form japanischer Spiritualität ist in den Filmen aus dem Studio Ghibli unaufdringlich immer da – und universell verständlich.

Von Denis Sasse

Wie das Leben Form annimmt: Religion im Kinder- und Jugendfilm

Religion kann vieles sein: eine Quelle existenzieller Sinnfragen, ein Geflecht aus kulturellen Traditionen und Ritualen, ein moralischer Orientierungsrahmen. In unzähligen Ausformungen prägen Konfessionen die Alltagserfahrung fast aller Menschen. Auch und vor allem in jungen Jahren, weshalb religiöse Elemente im Kinder- und Jugendfilm einen besonderen Platz haben. Ein Dossier quer durch die Konfessionen.

Wie in einem Spiegel

Spirituelle Themen spielen in Kinder- und Jugendfilmen eine große Rolle, wenn es um einschneidende Erlebnisse oder lebensweltliche Erfahrungen geht. Religionen als solche tauchen darin aber meist nur vermittelt auf. Untergründig kommt ihrer formativen Kraft im Leben der Protagonisten aber oft eine zentrale Rolle zu. Ein genauerer Blick auf höchst zeitbedingte Muster von Konfessionen hilft,  ihre biografische Dynamik zu erschließen.

Von Josef Lederle

Die unsichtbare Kunst

Filmmusik lenkt und orchestriert die Wahrnehmung von Filmen meist auf unmerkliche Art. Während man gebannt auf die Leinwand starrt, arbeitet sie im Verborgenen. Ihre Geschichte ist dabei so vielfältig wie das Kino selbst. Und mittendrin erklingt überraschend oft die Musik eines Komponisten aus dem 18. Jahrhundert: die von Johann Sebastian Bach. Eine Annäherung.

Von Joachim Valentin

Spiritualität bei Wim Wenders

Wim Wenders feiert am 14. August 2025 seinen achtzigsten Geburtstag; seit den späten 1960er-Jahren ist er als Filmemacher aktiv. Das reiche Werk, das der Filmemacher im Lauf dieser Zeit gestaltet hat, ist auch gekoppelt mit Wenders’ spiritueller Entwicklung. Der Theologe Reinhold Zwick spürt anhand markanter Filme, von den „Engel“-Filmen bis hin zu „Perfect Days“, den religiösen Perspektiven in Wenders’ Schaffen nach.

Von Reinhold Zwick

Bilder von der Auferstehung

Das Leben von Jesus Christus hat Filmemacher immer wieder gereizt. Mal haben sie sich dabei sehr eng an den biblischen Texten orientiert, mal sind sie recht frei mit den Vorgaben umgegangen. Bemerkenswert ist vor allem ihr Umgang mit der Auferstehung zwischen plakativer Bebilderung und reizvoller Abstraktion. Eine Untersuchung von Auferstehungsbildern anhand der Filme „Die Passion Christi“, „The Garden“ und „Valley of Love“.

Von Reinhold Zwick

 

Wunder über Wunder

In der heutigen Gesellschaft mögen viele Menschen keine enge Bindung mehr zur Religion haben, doch im Kino sind Fragen nach Glauben, Heil und Wunder an der Tagesordnung. Eine Sonderstellung nehmen die „Faith-based movies“ ein, die in den USA  große Erfolge feiern. Mit erprobten Mustern wollen diese Filme christliche Botschaften verbreiten.

Von Martin Ostermann

Dichtung und Wahrheit

Bei den „Oscars“ waren gleich zwei Papst-Darsteller nominiert: Jonathan Pryce als Papst Franziskus und Anthony Hopkins als Benedikt XVI. Das fiktionale Drama „Die zwei Päpste“ kreist um eine Begegnung zwischen Benedikt XVI. und seinem späteren Nachfolger, Kardinal Jorge Mario Bergoglio. Viele fragen sich, was an dieser Geschichte der Wahrheit entspricht und was erfunden ist.

Von Ludwig Ring-Eifel

Vom Garten Eden nach Armageddon

Wenige Filme des frühen 21. Jahrhunderts haben die Auseinandersetzung um eine grundlegende Deutung der Welt so stimuliert wie Lars von Triers „Antichrist“. Die Leidensgeschichte eines Mannes und einer Frau, die mit dem Tod ihres kleinen Sohnes ringen, ist so radikal wie raffiniert verschlüsselt. Eine theologische Lektüre rückt den Film entlang der Begriffe „Antichrist“, „Garten Eden“ und „Armageddon“ in ein überraschend neues Licht.

Von Joachim Valentin

Das Böse im Kino

Das Böse ist als Kategorie in Kinofilmen nicht wegzudenken. Figuren, deren Verhalten in der Realität als gefährlich, abstoßend und verwerflich wahrgenommen würde, besitzen im Kino eine nicht zu leugnende Faszinationskraft. Eine voluminöse Neuerscheinung setzt sich aktuell mit Spielarten des Bösen im Film auseinander.

Von Hans Jörg Marsilius

 

Vom Amtsblatt zum Journal

In der 75-jährigen Geschichte des Filmdienstes spiegelt sich die intensive Auseinandersetzung zwischen Kirche und moderner Kultur. Was heute ein Portal für Filmkritik und Filmkultur ist, entstand aus der ethischen Verpflichtung heraus, nach dem Ende der NS-Diktatur an der Rechristianisierung der Gesellschaft mitzuwirken. Notizen zu den ersten beiden Jahrzehnten des Filmdienstes bis Ende der 1960er-Jahre.

Von Johannes Horstmann

Kann Schönheit die Welt retten?

Kann Kunst die Welt retten? Mit dieser Frage beschäftigt sich das dokumentarische Essay „Tales of the Purple House“ von Abbas Fahdel, in dem sich ein Künstlerehepaar gegen die Hoffnungslosigkeit ihres zerrissenen Landes wehrt. Die Ökumenische Jury beim 75. Filmfestival in Locarno zeichnete den Film als eine „bildliche Arche Noah in Zeiten der Sintflut“ aus.

Von Charles Martig