Kibbuz und Deutscher Wald - Omer Fast über „Abendland“

Der 1972 in Jerusalem geborene, seit 2001 hauptsächlich in Deutschland lebende Omer Fast hat sich als Grenzgänger zwischen Videokunst und Spielfilmregie einen Namen gemacht. „Abendland“ ist sein dritter Film fürs Kino. Darin gerät eine Aktivistin mit Angela-Merkel-Maske in eine Waldkommune aus lauter Maskierten und mit seltsamen Ritualen. Ein Gespräch über Wälder, Robinsonaden und die Sehnsucht, jemand anders zu sein.

Das Gespräch führte Jens Hinrichsen

Von Menschen, Katzen & Kameras - Dokumentarfilmer Kazuhiro Soda über „Die Katzen vom Gokogu-Schrein“

Filmemacher Kazuhiro Soda macht seit den frühen 2000er-Jahren mit Dokumentarfilmen auf sich aufmerksam, in denen er seine Vorstellung eines „beobachtenden Filmemachens“ umsetzt. Aktuell startet sein Werk „Die Katzen vom Gokogu-Schrein“ in den Kinos, das eine Katzenkolonie in Ushimado und ihre Interaktion mit den Menschen einfängt. Ein Interview über die Arbeit mit den pelzigen Protagonisten und die Verantwortung von Menschen.

Von Lukas Foerster

Brücken bauen - Interview mit Rand Beiruty

Rand Beiruty ist Autorin, Regisseurin und Produzentin und lebt zwischen Amman und Berlin. Für ihren Dokumentarfilm „Über uns von uns“ hat sie eine Gruppe von Teenagerinnen mit Migrationshintergrund im brandenburgischen Eberswalde fünf Jahre lang begleitet. Die jungen Frauen nehmen an von ihr angeleiteten Workshops teil, in denen sie mit Malerei, Theater, Musik und Film ihre eigenen Befindlichkeiten und Träume ausdrücken.

Das Gespräch führte Wolfgang Hamdorf

Ganz normale Menschen - Edward Berger über „Konklave“

Der Thriller „Konklave“ nach dem gleichnamigen Roman von Robert Harris erzählt von der Wahl eines neuen Papstes. Hinter verschlossenen Türen entbrennen zwischen dem Gästehaus Santa Marta und der Sixtinischen Kapelle erbitterte Macht- und Richtungskämpfe. Im Gespräch berichtet Regisseur Edward Berger über sein Interesse an dem Stoff, seine Perspektive auf die Kirche und die Herausforderung, den Vatikan jenseits von Klischees in Szene zu setzen.

Das Interview führte Wolfgang Hamdorf

Extreme Herausforderung - Jorgo Narjes über „Zeit Verbrechen“

Um die vierteilige Anthologie-Serie „Zeit Verbrechen“ hat es in den letzten Monaten viel Aufsehen gegeben. Nach ihrer gefeierten Premiere bei der Berlinale versanken die jeweils rund einstündigen Filme im Nirwana, als Paramount+ seine europäischen Aktivitäten einstellte. Jetzt sind die vier „True Crime“-Filme als Streaming bei RTL+ zu sehen. Ein Gespräch mit dem Produzenten Jorgo Narjes über die Schwierigkeiten einer unkonventionellen Adaption.

Das Interview führte Jörg Taszman

Haltung zeigen gegen das Unrecht - Andreas Dresen über „In Liebe, Eure Hilde“

„Ich wollte zeigen, dass hinter den Widerstandskämpfern keine Heroen stecken, sondern ganz normale Menschen", sagt Andreas Dresen über seinen Film „In Liebe, Eure Hilde“, der die vom NS-Regime hingerichtete Hilde Coppi porträtiert. Im Gespräch berichtet Dresen, wie er und sein Team an das Sujet herangegangen sind, um es nicht zu enthistorisieren, zugleich aber für die Gegenwart anschlussfähig zu machen.

Das Interview führte Wolfgang Hamdorf

Der Unkopierbare - Javier Espada über seinen Dokumentarfilm „Buñuel – Filmemacher des Surrealismus“

Javier Espada ist ein Experte für seinen Landsmann Luis Buñuel und hat ein Forschungszentrum und ein Museum in dessen Geburtsort Calanda gegründet. In seinem neuen Dokumentarfilm „Buñuel - Filmemacher des Surrealismus“ (Kinostart am 10. Oktober) breitet Espada seine Faszination für den Regisseur auch als Film aus und führt eine neue Generation an dessen Werk und Philosophie heran. Ein Gespräch über Buñuels Sozialkritik, seinen Humor und den subversiven Umgang mit religiösen Motiven.

Das Gespräch führte Wolfgang Hamdorf

Wie ein verlassenes Raumschiff - Interview mit Fanny Liatard und Jérémy Trouilh

In ihrem Film „Gagarin“ (2020), der wegen Corona-bedingten Verzögerungen erst jetzt den Weg in die deutschen Kinos findet, erzählen die Filmemacher Fanny Liatard und Jérémy Trouilh eine Coming-of-Age-Geschichte an einem ganz besonderen Ort, der nach dem russischen Kosmonauten Juri Gagarin benannten Siedlung Gagarine nahe Paris. Im Interview sprechen sie darüber, was sie an diesem Ort fasziniert und wie ihr Film mit dem Science-Fiction-Genre flirtet.

Das Gespräch führte Jörg Taszman

Cinemigrante - Narges Kalhor zu „Shahid“

Die aus dem Iran stammende Filmemacherin Narges Kalhor hat im Februar 2024 für „Shahid“ den „Caligari-Preis“ gewonnen. Seit 2009 lebt sie als politischer Flüchtling in Deutschland, nachdem sie wegen ihrer kritischen Arbeiten ins Visier des iranischen Regimes geraten war. In ihrem zwischen Stilen und Genres wechselnden Film wird die Regisseurin von ihrem als Märtyrer gestorbenen Urgroßvater verfolgt, als sie ihren Nachnamen ändern will. Ein Gespräch über iranische und deutsche Einflüsse, Widerstand durch Humor und die Suche nach einer neuen Filmsprache.

Das Gespräch führte Marius Nobach

Wie ein Puzzlespiel - RP Kahl zu „Die Ermittlung“

„Die Ermittlung“ (ab 25.7. im Kino) ist eine originalgetreue Adaption des Theaterstücks von Peter Weiss, in dem der erste Frankfurter Auschwitz-Prozess von 1963-1965 mit Mitteln des dokumentarischen Theaters dargestellt wurde. Für den Spielfilm wurde mit einem großen Ensemble gezielt in einem Film- und Fernsehstudio gedreht, in dem vor allem TV-Shows produziert werden. Entstanden ist ein Kinofilm, der in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus in Deutschland von erschütternder Relevanz ist. Ein Gespräch mit dem Regisseur RP Kahl.

Das Gespräch führte Thomas Klein