Ein Student, der beim Stehlen in einer Buchhandlung eine junge Frau kennenlernt, macht auf der Suche nach einer sexuell befriedigenden Beziehung zu ihr auch politische Erfahrungen. Dabei ist das Paar so stark auf seine jeweiligen Rollen in der Gesellschaft fixiert, daß es ihm nicht gelingt, sexuellen Kontakt zu finden. Erst in der Auseinandersetzung mit diversen Gesprächs- und Spielpartnern (die theatralische Selbstdarstellung fungiert als therapeutische Methode) gelingt beiden die sexuelle Emanzipation, die mit dem Ausbruch der Studentenunruhen in Tokios Shinjuku-Viertel zusammenfällt. Eine meisterhaft inszenierte Mischung aus kritischem Zeitbild und tiefenpsychologischem Diskurs, die sich in ihrer stilistisch verwirrenden Vielfalt hiesigen Betrachtern nur schwer erschließt. Deutlich läßt sich freilich die Auseinandersetzung mit der erotischen Tradition Japans, dem abendländischen Einfluß auf sozialem und sexuellem Gebiet sowie mit den damit zusammenhängenden Gegenwartsproblemen erkennen. (O.m.d.U.)
- Sehenswert.
Tagebuch eines Diebes aus Shinjuku
Drama | Japan 1969 | 94 Minuten
Regie: Nagisa Oshima
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Filmdaten
- Originaltitel
- SHINJUKU DOROBO NIKKI
- Produktionsland
- Japan
- Produktionsjahr
- 1969
- Produktionsfirma
- Sozosha/Shibata
- Regie
- Nagisa Oshima
- Buch
- Nagisa Oshima · Tsutomu Tamura · Mamoru Sasaki · Masao Adachi
- Kamera
- Yasuhiro Yoshioka · Seizo Sengen
- Musik
- Hideo Nishizaki
- Schnitt
- Nagisa Oshima
- Darsteller
- Tadanori Yokoo (Birdey Hilltop, der Junge) · Rie Yokoyama (Umeko Suzuki, das Mädchen) · Moichi Tanabe · Tetsu Takahashi · Fumio Watanabe
- Länge
- 94 Minuten
- Kinostart
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- Pädagogische Empfehlung
- - Sehenswert.
- Genre
- Drama