Die französische Regisseurin
Catherine Breillat gilt als Provokateurin, die mit ihren freimütigen
Darstellungen von weiblicher Sexualität und den Widersprüchen zwischen den
Geschlechtern regelmäßig aneckt. Ihr neuer Film „Im letzten Sommer“ (ab 11.1. im Kino) greift die
Beziehung einer 50-jährigen Anwältin mit ihrem 17-jährigen Stiefsohn auf. Ein
Gespräch über Tabus, Widerspruchsgeist und die Anreicherung einer fremden
Vorlage mit eigenen Vorstellungen.
Sie haben vor „Im letzten
Sommer“ zehn Jahre lang keinen Film mehr gedreht. Wird es für Sie schwerer,
Geld für einen Film zu bekommen?
Catherine Breillat: Ich habe in Frankreich den Ruf, unfinanzierbar zu
sein. Ich sei eine „Has-been“, also eine, die quasi bald stirbt und keinen Film
mehr zustande bringt. Ich bin sozusagen in der Vor-Todes-Phase. Man sieht es
dem Film durch den sehr kurzen Vorspann auch an: Wir hatten kaum Geldgeber. Als
Budget gab es nur das, was in Frankreich über die Kinotickets hereinkommt, also
das, was in Deutschland etwa der Filmförderungsabgabe entspricht. „Im letzten
Sommer“ hätte eigentlich schon ein Jahr früher entstehen sollen. Da war aber
Canal+ noch nicht mit an Bord. Der Produzent