Der „Roman eines Schicksallosen“ von Imre Kertész, entstanden zwischen 1960 und 1973, wurde erst Mitte der 1990er-Jahre von der literarischen Öffentlichkeit wahrgenommen. 2002 erhielt Kertész für das Buch den Nobelpreis. Bereits im Januar 1997 hatte die Münchner Produktionsfirma MTM die Filmrechte erworben, doch erst jetzt, nun als ungarisch-deutsch-englische Co-Produktion mit neuem Produzenten, wurde der Film „Fateless“ (Kritik in dieser Ausgabe) realisiert. Die Beziehung von Literatur und Film ist, das bestätigt sich an diesem Fall wieder einmal, eine Konfliktgeschichte.
Der Roman ist ein Sprachwerk, geschaffen von einem Autor. Ist es nicht gefährlich, aus dem eigenen Roman ein Drehbuch zu machen?
Kertész: Manchmal kann es gefährlicher sein, dies anderen zu überlassen. Im Juni 1998 bekam ich das Filmskript zu lesen, übrigens verfasst von einem professionellen Drehbuchautor. Die Filmstory begann so: Ein weltberühmter Violinkünstler, mit einem schwarzen Hut auf dem Kopf, sitzt im Taxi und fährt über die Margarethenbrücke. Er schaut zur Donau hinunter und erinnert sich an Dinge, die gar nicht im Buch stehen ...
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