Viele Jahrzehnte lang hielt das kommunistische China Filmproduktionen des Klassenfeindes USA rigoros von seinen Kinoleinwänden fern. Erst ab den 1980er-Jahren konnten Hollywoodfilme dort nach und nach Fuß fassen und durch das potenzielle Publikum von über einer Milliarde die Gewinne der Studios in die Höhe treiben. Mit dem Einbruch des DVD-Verdienstes ab den 2010er-Jahren wurde der chinesische Markt gar bei Blockbuster-Filmen zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Gewinnkalkulation.
Der Dokumentarfilm von Mario Sixtus zeigt diese historischen Entwicklungen auf und lässt Film- und China-Experten schildern, was dies für Auswirkungen auf Hollywood gehabt hat. Im Fokus stehen vor allem die Jahre ab 1997, als mit „Sieben Jahre in Tibet“, „Kundun“ und „Red Corner“ gleich drei US-amerikanische Filme herauskamen, die mit ihrer kritischen Haltung zur Tibet-Besetzung und chinesischer Justiz Missfallen in Peking erregten. Nach mehr oder weniger offenen Sanktionen gegen die beteiligten Studios etablierte sich in Hollywood eine Mischung aus Selbstzensur (keine Negativbilder von China mehr) und unverhüllter Anbiederung, indem eigens Szenen fürs chinesische Publikum gedreht wurden wie in „Iron Man 3“ oder die chinesische Armee gar wie in „Transformers: Ära des Untergangs“ als Befreierin von Hongkong auftritt.
Drehbuchautor Jeremy Passmore berichtet von seinem Entwurf zum „Red Dawn“-Remake, bei dem in der Postproduktion aus chinesischen Invasoren nachträglich Nordkoreaner wurden; Journalisten und Produzenten schildern die wenig versteckten Vorgaben Chinas, den Schauspieler Richard Gere wegen seines Kampfes für ein freies Tibet nicht mehr in Großproduktionen zu besetzen. Ein leichtes Umdenken im China-schmeichelnden Verhalten macht der informative, wenn auch mitunter etwas reißerisch aufgemachte Dokumentarfilm erst ab Ende der 2010er-Jahre und mit der Corona-Pandemie aus. – Ab 14.