Die kommunale
Filmarbeit in Deutschland wird derzeit von der aufgeheizten politischen
Stimmung rund um den Gaza-Krieg überrollt. Der tiefe Graben, der die
Kulturszene durchzieht, macht auch vor den „Kokis“ nicht Halt. Mit Sorgen
blicken manche auf die diesjährigen Wahlen, die noch härtere Zeiten
heraufbeschwören könnten. Dennoch wäre Resignation ein schlechter Ratgeber;
gerade jetzt kommt es darauf an, Chancen zu nutzen.
Was hätte der streitbare
Kulturpolitiker Hilmar Hoffmann als Gründer der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen und als geistiger Vater der Kommunalen Kinos wohl
dazu gesagt, dass die kommunale Filmarbeit derzeit von der aufgeheizten
politischen Stimmung überrollt zu werden droht? Nach dem Vorbild der Berlinale
hatten sich auch die Kurzfilmtage ausgerechnet zu ihrem 70. Jubiläum entschlossen, erstmals einen „Verhaltenskodex“
obligatorisch zu machen: Antisemitische, rassistische, kriegsverherrlichende
oder sonstige menschenfeindliche Inhalte und Haltungen, Gruppierungen oder
Organisationen werden nicht toleriert, hieß es auf der Website des Festivals,
was bei jeder Ticketbuchung mitakzeptiert werden musste.