Ägypten und sein Kino durchlebten eine Achterbahnfahrt. Revolutionärer Überschwang wurde abgelöst von Militärputsch, neuerlicher Zensur, ziviler Unsicherheit, wirtschaftlicher Instabilität. Aktuell entstehen wieder 40 Filme im Jahr, gleich mehrere laufen demnächst auch in deutschen Kinos. Tamer El Saids „In den letzten Tagen der Stadt“ („Akher ayam el madina“) (Kritik), ausgezeichnet mit dem „Caligari-Filmpreis“ 2016, lohnt einen Blick zurück – und auf den Regisseur, dessen Film offiziell auf dem großen Kairo Filmfestival wie auch sonst in Ägypten nicht gezeigt werden durfte.
Im Vorfeld des „Arabischen Frühling“ hatte das einst so volksnahe ägyptische Kino, das populärste und traditionsreichste der arabischen Welt, seinen sozialen Impuls überwiegend eingebüßt. Doch ein