Die Jury der Katholischen Filmkritik hat den „Oscar“-prämierten Animationsfilm „Flow“ des lettischen Filmemachers Gints Zilbalodis zum neuen Kinotipp gekürt. Das bildgewaltige Werk verzichtet auf Sprache und erzählt von einer Katze, die sich in einer alles überschwemmenden Flut zusammen mit anderen Tieren per Segelboot zu retten versucht.
Es ist eine Geschichte, die zeitlos ist und doch zugleich aktuelle Assoziationen weckt. In seinem Animationsfilm „Flow“ erzählt der lettische Filmemacher Gints Zilbalodis von einer schwarzen Katze, die damit konfrontiert wird, dass ihre Welt unterzugehen droht. Eine gewaltige Flut überschwemmt alles, der kleine Vierbeiner flüchtet sich zusammen mit einigen anderen Tieren auf ein Boot und startet mit ihnen auf eine spannende Odyssee, um irgendwo ein rettendes Ufer zu finden. Ein Abenteuer, das an die biblische Geschichte von der Sintflut denken lässt, zugleich aber auch an zeitgenössische Themen wie Klimawandel und steigende Meeresspiegel sowie Flüchtlingsboote im Mittelmeer. Zilbalodis setzt es mit betörenden Bildern um und verzichtet dabei auf Sprache, um die tierischen Akteure nicht zu vermenschlichen. Entstanden ist daraus ein Werk, das nicht nur die Academy of Motion Picture Arts and Sciences überzeugt hat, die jährlich die „Oscars“ vergibt und „Flow“ kürzlich als besten Animationsfilm ausgezeichnet hat, sondern auch die Jury der Katholischen Filmkritik, die den Film, der ab 6.3. in den deutschen Kinos läuft, nun zum Kinotipp gekürt hat.
Der Film betrete, so die Jury, „mit selbstbewusster Leichtigkeit das Reich der Fantasie – ein klarer Bruch mit fotorealistischen Darstellungen der großen Hollywood-Studios. Statt nüchterner Nachbildung entfaltet sich hier eine detailreich gezeichnete Welt in zarten Wasserfarben, in der eine Katze als unmittelbare Identifikationsfigur dient.“ Lobend wird hervorgehoben, wie eindringlich und unmittelbar der Film die Emotionen der tierischen Protagonistin vermittelt und „ohne jegliche menschlichen Dialoge eine Geschichte über Mut, Zusammenhalt und die Überwindung von Ängsten“ entfaltet. Inhaltlich gehe es dabei auch um die Schwierigkeiten sowie die Notwendigkeit solidarischen Handelns: „Das Schicksal führt alle Lebewesen zusammen an Bord eines symbolträchtigen Bootes, in dem trotz der Gemeinschaft manche Tiere nach ihren eigenen Instinkt handeln – ein faszinierender Balanceakt zwischen dem Ich und dem Wir.“
So gelingt ein Film, der Kinder und Erwachsene gleichermaßen berühren dürfte und, so die Jury, trotz der sehr einfachen Abenteuer-Handlung viel Stoff zum Nachdenken liefert und viele Themen anklingen lässt: Aufbruch und Rettung, die Überwindung von inneren und äußeren Grenzen und die Konfrontation mit einer Welt im Umbruch.
Der „Kinotipp der Katholischen Filmkritik“ hebt Filme hervor, die in besonderer Weise religiöse Themen aufgreifen, von menschlichen Nöten, Sorgen und Hoffnungen erzählen und Antworten auf existenzielle Fragen formulieren.