Ein Kind ist verschwunden. Aus einem Milieu, das wie prädestiniert für das Verschwinden des kleinen Mädchens scheint: Ein „White Trash“-Viertel in Boston, Arbeiterklasse, der Vater abwesend, die Mutter drogenabhängig und gelegentlich als Prostituierte tätig. Es ist auch ein verschworenes Umfeld. Man kennt die abschätzigen Blicke, die Verdächtigungen von außen, da schweigt man doch lieber und vertraut den eigenen Nachbarn.
Zu Beginn des Regiedebüts von Ben Affleck wird dieses Milieu fast dokumentarisch gezeigt; die Kamera fährt vorbei an den Blocks und den misstrauischen Blicken. Dann hält sie sich an einen, der dazugehört und über den die „Voice over“-Stimme verkündet, er habe wie die meisten, die in diesen Blocks zu Hause sind, sein ganzes Leben hier verbracht.
Und doch gehört Patrick Kenzie (Casey Affleck) nicht mehr vollständig dazu. Er hat sich ein bisschen emporgearbeitet, hat sich eine bescheidene Existenz als Privatdetektiv aufgebaut, gemeinsam mit seiner Freundin Angie (Michelle Monaghan). Nun werden die beiden von Onkel und Tante der verschwundenen Amanda McCready gebeten, bei der Suche nach der Vierjährigen behilflich zu sein.
Vor ihnen liegt ein Sumpf, voll von Halbwahrheiten, falschen Verdächtigungen, dürftig kaschierten Abgründen und monströsen An- und Einsichten. Ein spannender, in der Hauptrolle überzeugend gespielter Thriller um Kindesmissbrauch. – Ab 16.