1. Blut und Knochensplitter machen das Gesicht des einst attraktiven jungen Mannes beinahe unkenntlich. Eine Maske des Schmerzes, der absoluten Todesnähe ist von diesem Antlitz geblieben. Mit einem lapidaren Satz verabschiedet sich der Urheber dieser Zerstörung vom Schauplatz: „Ich musste gerade mal was Schönes kaputt machen...“ Unter dem Einfluss eines hypermaskulinen Charismatikers (Brad Pitt) ist aus dem verweichlichten Büro-Yuppie (Edward Norton) ein gnadenloser Gewalttäter geworden, der sich aus der Banalität seines Mittelstandsalltags mittels ritualisierter Gewaltakte befreit. „Fight Club“ (1999) von David Fincher könnte ein radikaler Streitfall sein, revidierte er nicht alle seine provokanten Thesen nach der Hälfte der Laufzeit, um zu einem virtuellen Vexierspiel zu degenerieren. Dennoch bleibt ein Geschmack von dem, was hier zu Beginn entfaltet wird: ein grausames Ritual, das einen von sich und seiner Körperlichkeit weit entfernten Großstadtmenschen auf die klare Polarität des existenziellen Konflikts zurückwirft. Ein Ritual des Schmerzes, das verlorene Mythen, verlorene Religiosität ersetzen möchte durch eine Beschwörung reinen, nackten Lebens.