Nach dem Tod der Großmutter in der Ukraine wird der neunjährige Junge Roman (Jelisar Nasarenko) aus seiner gewohnten Umgebung gerissen und heimlich nach Deutschland gebracht. Hier arbeitet seine Mutter Oksana (Maria Bruni) bereits seit längerem als illegale Pflegekraft. Sie will Gerd Schwarz (Udo Samel), dessen Frau sie bis zu ihrem Tod betreute, heiraten, woraus für das Kind eine gefährliche Rivalität erwächst. Zumal gesundheitliche Probleme das prekäre Verhältnis zwischen dem deutschen Mann und der deutlich jüngeren Ukrainerin brüsk in Frage stellen.
Regisseur Marcus Lenz setzt in seinem Film auf Atmosphäre und die Kraft seiner Bilder. Das Szenario jongliert mit Genreelementen, unterläuft tradierte Muster aber auch immer wieder. Das herausragend gespielte Drama überzeugt vor allem durch sein Bewusstsein für eindringliche Metaphern und die spannungsvolle Ambivalenz der Figuren. – Sehenswert ab 14.