Ein Zyniker könnte sagen, der beste Filmauftritt von Gustaf Gründgens sei der von Klaus Maria Brandauer verkörperte „Mephisto“ gewesen. István Szabós 1980 entstandene Umsetzung des Skandalromans von Klaus Mann zeigt die Kunstfigur Henrik Höfgen, ein zunächst mit dem Kommunismus sympathisierender Jungschauspieler, der später mit den Nazis paktiert und zu zweifelhaftem Ruhm unterm Hakenkreuz gelangt. Doch seine Laufbahn ist vorgezeichnet - als Spielball politischer Interessen. In der Schlusseinstellung, während die Scheinwerfer im nächtlichen Olympiastadion hinter ihm herjagen, stammelt er hilflos: „Ich bin doch nur Schauspieler...“
Ein luzider Artist
Das war auch Gustaf Gründgens, und was für einer! Szabós Film ist brillant, aber den wirklichen Künstler fängt er ebenso wenig ein wie die von starker persönlicher Animosität geprägte Romanvorlage seines