Er führte zwei Leben: als Detlef Sierck und Douglas Sirk, im Theater und im Film, in Deutschland und Hollywood. Lange Zeit wurde sein Werk verkannt: Seine Melodramen galten als Rührstücke, die man nicht ernstnehmen brauchte. Die Wiederentdeckung läßt sich datieren: 1971 erschien Jon Hallidays Interviewbuch "Sirk on Sirk", das eine Reihe von Retrospektiven auslöste, und Rainer Werner Fassbinder veröffentlichte seinen berühmten, in viele Sprachen übersetzten Essay "Ich habe sechs Filme von Douglas Sirk gesehen. Es waren die schönsten der Welt dabei". Obwohl Sirks Filme inzwischen zum Repertoire (auch des Fernsehens) gehören, ist er bis heute ein Unbekannter geblieben. Er war bereits ein alter Mann, als ihn der späte Ruhm einholte: In den Interviews, die er gegen Ende seines Lebens gab, versagte oft die Erinnerung, oder er war zu müde, die Legenden zu korrigieren. Weder die dänische Herkunft noch das in vielen Nachrufen kolportierte Geburtsjahr 1900 stimmen: Hans Detlef Sierck wurde am 26. April 1897 in Hamburg geboren.
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