In einer texanischen Kleinstadt nehmen 20 Menschen an einem „Hands
on“-Wettbewerb teil, bei dem derjenige unter den Teilnehmenden, der den
blauen Pick-up-Truck am längsten mit seiner Hand berührt, das Auto mit
nach Hause nehmen kann. Regisseur Bastian Günther verarbeitet die
kuriose Show in seinem Drama „One of These Days“ (Kinostart: 19. Mai) zu einer eindringlichen
Milieustudie. Ein Interview über Voyeurismus, soziale Schieflagen und
ein Kino, das im Kopf der Zuschauer weitergeht.
Heute sind im Internet sogenannte „Fail Videos“
unglaublich populär, Filme von Menschen, die scheitern, irgendwo stürzen, sich
verletzen. Ihr Film weckt den Geist der Arena – Circus Maximus –; Menschen
warten auf die Aufregung, die sich einstellt, wenn etwas passiert. Warum ist
derart Brutales unterhaltsam?
Bastian Günther: Ich glaube, Schadenfreude und die Gier nach Sensation
sind zutiefst menschliche Eigenschaften. Wir fühlen uns gut, in sicherem
Abstand, anderen Leuten dabei zuzusehen, wie sie scheitern, sich blamie