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Wo ist die Liebe hin

Beziehungsdrama über "das harmonischste Paar der westlichen Hemisphäre" - bis 25.5. in der 3sat-Mediathek

Aktualisiert am
27.02.2025 - 12:00:09
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Mit einer Mischung aus Spott und Neid werden Agnes (Ulrike Tscharre) und Gregor (Roeland Wiesnekker) von ihren Freunden als „das harmonischste Paar der westlichen Hemisphäre“ tituliert, weil die beiden mit ihren insgesamt vier Kindern seit 17 Jahren ein überaus harmonisches Familienleben führen. Doch als Agnes sich neben ihrem Halbtagsjob ehrenamtlich zu engagieren beginnt und zum ersten Mal nicht mehr ausschließlich für die Familie da ist, gerät das langjährige Gefüge aus der Balance. Auch weil eine neu gewonnene Freundin (Anneke Kim Sarnau) ihrem Leben eine neue Ausrichtung gibt. Gregor, der als freiberuflicher Grafiker arbeitet, ist davon ebenso irritiert und verunsichert wie die pubertierende älteste Tochter Helena, die sich von ihrer Mutter vernachlässigt fühlt.

In dem Familiendrama geht es um die kleinen Dinge, Zwischentöne und Nuancen. Oft werden die Szenen nur angespielt, weil alles wie von selbst aus sich hervorzugehen scheint, von der „perfekten Beziehung“ über die ersten Misstöne bis zur handfesten Krise. Es reicht, wenn die Kamera die Familie beim Abendbrot beobachtet, um ihren Stillstand und die leere Routine anzudeuten. Sie sucht Veränderung, er beharrt auf Kontinuität, beides ist in den Figuren gut begründet und leicht nachvollziehbar. Der leise erzählte und gespielte Film von Alexander Dierbach verzichtet auf die große Geste oder umfassende Erklärungen und belässt beiden Positionen ihr Recht. Das ist herausfordernd, weil es keine Lösung vorformuliert. – Ab 14.

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