Der Sturm der Entrüstung blieb aus. Obwohl Einigkeit darüber herrschte, dass es sich bei Alfonso Cuaróns Film um die bislang freieste Rowling-Adaption handelte und jede auch noch so kleine Abweichung von der Vorlage durchaus registriert wurde, stieß „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ bei der Fangemeinde eher auf Wohlwollen als auf Ablehnung. Wühlt man sich durch einschlägige Internet-Foren, finden sich zwar vereinzelt erboste Kommentare etwa darüber, dass die dämonenartigen „Dementoren“ plötzlich fliegen können statt nur knapp über dem Erdboden zu schweben, insgesamt aber ist der Tenor positiv. Mehrfach ist von der „bisher besten“ „Harry Potter“- Verfilmung die Rede, und viele erfreuen sich an Cuaróns kreativen Erweiterungen, so etwa an den Szenen, in denen es zwischen Ron und Hermine knistert, oder an der Rolle Professor Lupins, die im Film zu der von Harrys väterlichem Freund ausgebaut wird.
Cuaróns adaptives Wagnis, die Vorlage nicht „buchstabengetreu umzusetzen, sondern eher dem Geist der Bücher gerecht zu werden“, zahlt sich aus. Mit verstaubten Werktreue-Ansprüchen hat ein überwiegend