76. Berlinale 2026: Die ersten Highlights

Eine Frage der Perspektive

Zu Beginn der 76. Berlinale (12.-22.2.2026) haben manche Filme im Wettbewerb durch ihre Ausrichtung überrascht. Während die Musikerbiografie  „Everybody Digs Bill Evans“ in der Umsetzung von Jazzmusik in Bilder besticht, bleiben der Horrorfilm „Nightborn“ und die Satire „Rosebush Pruning“ vieles schuldig. Besser schlagen sich erwartbarere, aber auch durchdachtere Wettbewerbsbeiträge wie İlker Çataks „Gelbe Briefe“ oder Anke Blondés „Dust“. Eindrücke aus den ersten Festivaltagen.

Von Jörg Gerle

Sehenswerte Filme

Prinzessin Mononoke

  • Japan 1997
  • R: Hayao Miyazaki

Meisterhaftes Anime über das Ringen der Menschen mit mythischen Tiergöttern um den richtigen Umgang mit der Natur. Ein mutiger Junge steht dabei einem Dorf bei und wird so schwer verletzt, dass er nur überlegen kann, wenn er Hilfe vom Waldgott erhält. Zeichnerisch wie erzählerisch herausragender Zeichentrickfilm, der ohne plakatives Gut-und-Böse-Schema auskommt. - Sehenswert ab 14.

Crime 101

  • USA 2025
  • R: Bart Layton
  • Mit: Chris Hemsworth

Ein geschickter Dieb zieht seine riskanten Raubzüge entlang des Highway 101 in Los Angeles durch, ohne dass die Polizei ihn bislang fassen konnte. Für seinen letzten großen Raub tut er sich mit einer Versicherungsmaklerin zusammen, doch ein Polizist droht ihm in die Quere zu kommen. Ein dynamischer, temporeicher Heist-Film, der insbesondere durch den Schnitt die Stärken des Genres betont. - Ab 16.

Fassaden

  • Deutschland 2025
  • R: Alina Cyranek

In Deutschland erlebt jede dritte Frau mindestens einmal im Leben Gewalt durch ihren Partner. Dennoch ist das Thema weithin tabu. Neben Scham und Angst der Opfer spielen manipulative Methoden der Täter eine Rolle, aber auch gesellschaftliche Strukturen. Der Dokumentarfilm greift vier Geschichten auf und ergänzt sie um Berichte von Menschen, die beruflich damit konfrontiert sind. Eine lohnende Auseinandersetzung über ein bedrängendes Thema. - Ab 16.

Lexikon des internationalen Films

Preis der deutschen Filmkritik 2025 vergeben

Am Rande der Berlinale sind am 15. Februar 2026 die Preise der deutschen Filmkritik 2025 vergeben worden. Als bester Spielfilm wurde „In die Sonne schauen“ geehrt, je zwei Preise gingen an das Regiedebüt „Rote Sterne überm Feld“, das satirische Drama „Chaos und Stille“ und den Dokumentarfilm „Palliativstation“. Der Ehrenpreis ging an die Filmemacherin Elfi Mikesch.

Willy Hans

Irgendwie ist jeder Film eine Art Coming-of-Age-Film, weil es darum geht, dass Menschen älter werden und an den Herausforderungen des Alltags wachsen. Die Zeit rinnt dahin – und auf einmal entsteht daraus eine Bedeutung.

Neu in Mediatheken

Lawrence von Arabien

  • Großbritannien 1962
  • R: David Lean
  • Mit: Peter O'Toole
Monumentales Epos über den englischen Offizier T.E. Lawrence.
Bis 22.2. in der 3sat-Mediathek

Die Wikinger

  • USA 1958
  • R: Richard Fleischer
  • Mit: Kirk Douglas
Aufwändig produzierter und ausgestatteter Nordmänner-Abenteuerfilm.
Bis 16.3. in der arte-Mediathek

TV aktuell

Prinzessin Olympia (arte)

  • USA 1960
  • R: Michael Curtiz
  • Mit: Sophia Loren
Operettenhaftes Lustspiel von Michael Curtiz.
16.2., 14.00-16.30, arte

Zwei Freundinnen (arte)

  • Frankreich 1967
  • R: Claude Chabrol
Eleganter Thriller um eine Dreiecksgeschichte in St. Tropez.
16.2., 20.15-21.50, arte

Anamocot (arte)

  • Frankreich 2025
  • R: Marie Voignier
Doku über einen Zoologen auf der Suche nach einem mythischen Wesen.
16.2., 00.15-01.50, arte

Zwischen uns die Nacht (ZDF)

  • Deutschland 2023
  • R: Abini Gold
  • Mit: Laura Balzer
Sensibler Liebesfilm und Studie einer Frau zwischen zwei befreundeten Schaustellern.
16.2., 02.45-04.30, ZDF

DVD | BD | Streaming Tipps

Die Bleikinder

  • Bei Netflix: Eine auf realen Ereignissen beruhende Miniserie um einen Umweltskandal im Polen der 1970er und eine mutige Ärztin, die um Aufdeckung kämpft.

Dracula - Die Auferstehung

  • Auf DVD/BD/4KUHD & digital: Die rauschhafte Neuverfilmung des „Dracula“-Stoffes um den zur Unsterblichkeit verdammten Vampir, der über die Jahrhunderte nach einer Wiedergeburt seiner geliebten verstorbenen Frau sucht.

Bookish - Ein Mord spricht Bände

  • Auf DVD/BD & digital: Eine im London nach dem Zweiten Weltkrieg angesiedelte Krimiserie um einen Buchhändler, der als beratender Detektiv der örtlichen Polizei bei Mordermittlungen auf die Sprünge hilft.

Bugonia

  • Auf DVD/BD/4KUHD & digital: Yorgos Lanthimos' schwarzhumorige Groteske um einen Mann, der sich in Verschwörungstheorien hineinsteigert und zusammen mit seinem Cousin die Chefin eines Chemiekonzerns entführt, die er für eine Außerirdische hält.

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Deutschland 2023
R: Nikias Chryssos
Mit: Aaron Altaras