Das Leben ist unbeherrschbar
Interview zu „Etwas ganz Besonderes“

Das Leben ist unbeherrschbar

Mit ihrem dritten Spielfilm „Etwas ganz Besonderes“ geht die Regisseurin Eva Trobisch ein großes Wagnis ein. Denn der in der thüringischen Provinz spielende Ensemblefilm versammelt drei Generationen einer Familie, in deren Biografien sich die Umbrüche der deutschen Geschichte widerspiegeln. In den Fokus rückt dabei zunehmend eine 17-jährige Schülerin, die auf einen Fernsehauftritt hinarbeitet. Ein Gespräch mit der Regisseurin und ihrer Hauptdarstellerin Frida Hornemann.

Von Jens Hinrichsen

Sehenswerte Filme

Mit leiser Stimme

  • Frankreich 2026
  • R: Leyla Bouzid
  • Mit: Eya Bouteraa

Eine in Frankreich lebende Tunesierin reist zur Beerdigung ihres Onkels in ihre Heimat. Obwohl sie von ihrer Lebenspartnerin begleitet wird, schweigt sie sich über ihre Liebesbeziehung aus. Doch als sich herausstellt, dass der verstorbene Onkel homosexuell war, geht sie den Umständen seines Todes nach. Ein stilvolles Gesellschaftsdrama, das mit fließenden Kamerabewegungen Beziehungsgeflecht dreier Generationen entfaltet. - Sehenswert ab 14.

Schwarze Häuser

  • Deutschland 2026
  • R: Katrin Sikora

Ein aufrüttelnder Dokumentarfilm über das Schicksal sogenannter „Verschickungskinder“, die nach dem Zweiten Weltkrieg zu mehrwöchigen Kinderkuren geschickt wurden. Dort waren sie teilweise brutalen körperlichen und seelischen Misshandlungen ausgesetzt. Viele von ihnen sind bis heute traumatisiert. Ein düsteres, wenig bekanntes Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte. - Ab 16.

Wise Women

  • Österreich 2025
  • R: Nicole Scherg

Der Dokumentarfilm porträtiert fünf Hebammen aus fünf verschiedenen Kulturen. Trotz ihrer unterschiedlichen Hintergründe und gesellschaftlichen Bedingungen gehen alle fünf Frauen mit den werdenden Müttern ähnlich um. Sie gleichen sich in ihrer Warmherzigkeit, Empathie und Ruhe, strahlen aber auch eine gewisse Distanz aus. Ein unaufdringlicher, klug strukturierter Film, der Einzelgeschichten zu einem stimmigen Gesamtbild verbindet. - Ab 14.

Lexikon des internationalen Films

Moritz de Hadeln 2008 bei der 58. "Berlinale"

Moritz de Hadeln – Mister Filmfestival

Moritz de Hadeln, der von 1980 bis 2001 die Geschicke der Berlinale verantwortete, war ein polyglotter, weltgewandter Kulturschaffender, der das Kino liebte und in der deutschen Kulturgeschichte tiefe Spuren hinterlassen hat. Mit großem Einfallsreichtum und politischem Geschick bewältigte er in Nyon, Locarno und Berlin viele Herausforderungen und stellte seine Kunst dann auch noch in Venedig unter Beweis. Im Alter von 85 Jahren ist de Hadeln am 4. Juli in Nyon gestorben.

Von Josef Schnelle

Porträt von „Jacqueline Jansen “
Jacqueline Jansen

Mein Film „Sechswochenamt“ handelt davon, dass einem Menschen der Boden unter den Füßen weggerissen wird, weil seine Mutter stirbt. Neben tiefer Trauer kommen dabei aber auch noch viele andere Gefühle auf.

Neu in Mediatheken

Szene aus „Der unsichtbare Zoo“

Der unsichtbare Zoo

  • Deutschland 2024
  • R: Romuald Karmakar
Auf ausgedehnte Beobachtungen setzender Dokumentarfilm über den Zoo Zürich.
Bis 15.7 in der ARD-Mediathek
Omar Sy, Tahar Rahim in „Heute bin ich Samba“

Heute bin ich Samba

  • Frankreich 2014
  • R: Eric Toledano, Olivier Nakache
Dramatische Komödie über das Schattenleben von „Illegalen“ in Frankreich.
Bis 22.7. in der arte-Mediathek
Alfred Müller (Mitte) in „For Eyes Only“

For Eyes Only

  • DDR 1963
  • R: János Veiczi
  • Mit: Alfred Müller
Geschickt inszenierter Agententhriller mit einem Stasi-Helden.
Bis 6.8. in der ARD-Mediathek
Heiko Pinkowski, Frithjof Gawenda in „Ich fühl mich Disco“

Ich fühl mich Disco

  • Deutschland 2013
  • R: Axel Ranisch
Humorvoll-absurde Komödie um eine schwierige Vater-Sohn-Beziehung.
Bis 27.12. in der arte-Mediathek

TV aktuell

Gabriele Pizzurro, Samuele Segreto in „Fireworks“

Fireworks (BR)

  • Italien 2023
  • R: Giuseppe Fiorello
  • Mit: Samuele Segreto
Drama um zwei Sizilianer, die sich in den 1980ern ineinander verlieben.
9.7., 23.15-01.20, BR (Erstausstrahlung)
Meryl Streep in „Julie & Julia“

Julie & Julia (zdf_neo)

  • USA 2009
  • R: Nora Ephron
  • Mit: Meryl Streep
Meryl Streep und Amy Adams in einer kulinarischen Komödie.
9.7., 23.45-01.40, zdf_neo

DVD | BD | Streaming Tipps

Das Flüstern der Wälder

  • Auf DVD/BD & digital: Bildgewaltiger Dokumentarfilm über Reichtum und Schönheit der Tier- und Pflanzenwelt in den französischen Vogesen.

The History of Sound

  • Auf DVD/BD & digital: Drama um zwei US-amerikanische Musikstudenten, die 1917 durchs Land reisen und traditionelle Volkslieder auf Wachstrommeln aufnehmen, aber keinen Weg für ihre gegenseitige Liebe finden.

Gelbe Briefe

  • Aud DVD/BD & digital: Drama um ein türkisches Künstler-Ehepaar, das wegen angeblicher Kritik an der Regierung seine Arbeit und seine gesellschaftliche Stellung verliert und mit der Frage ringt, ob es klein beigeben oder seine künstlerische Freiheit bewahren soll.

The American Experiment

  • Bei Netflix: Eine Dokuserie, die sich anlässlich des 250. Jahrestags der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung Ursprungsmythen und Ideale der amerikanischen Demokratie mit dem heutigen politischen Zeitgeschehen in einen Dialog bringt.

Der Magier im Kreml

  • Auf DVD/BD & digital: Ein Politthriller über einen engen Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der nach der Aufbruchstimmung der 1990er-Jahre seine Überzeugungen über Bord wirft und hilft, Putins Vormachtstellung zu etablieren.

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The North

Großbritannien 2025
R: Bart Schrijver
Mit: Carles Pulido

Wild Foxes

Belgien 2025
R: Valery Carnoy
Mit: Samuel Kircher