Iranisches Kino in Zeiten des Krieges

Kein einfaches Verständnis

In Zeiten globaler Krisen erfahren die betroffenen Regionen eine gesteigerte Aufmerksamkeit. So gibt es in der Schweiz augenblicklich mehrere Retros zum iranischen Kino, und in Hamburg eröffnet die Dokumentarfilmwoche mit „The Vanishing Point“ von Bana Khoshnoudi. Doch wie verändern sich Filme im Spiegel aktueller Ereignisse? Und wie verhält sich das zur inneren Wahrheit der Bilder, unabhängig vom Status ihrer Betrachtung?

Von Patrick Holzapfel

Sehenswerte Filme

Allegro Pastell

  • Deutschland 2025
  • R: Anna Roller
  • Mit: Sylvaine Faligant

Eine Schriftstellerin und ein Webdesigner führen im Jahr 2018 eine Fernbeziehung zwischen Berlin und Frankfurt, die von einem angeregten Austausch geprägt ist, aber Risse bekommt, als sich die Frau eingeengt fühlt. Zeitgeistiges Porträt bürgerlicher Millennials nach dem gleichnamigen Roman von Leif Randt, die in einer popkulturell kodierten Welt voller überfordernder Eindrücke nach Liebe suchen. - Ab 14.

Wohin der Wind uns trägt

  • Frankreich 2025
  • R: Amel Guellaty
  • Mit: Eya Bellagha

Die 19-jährige Tunesierin Alyssa sieht für sich in ihrer Heimat keine Zukunft mehr und will nach Europa auswandern. Ihr Nachbar und bester Freund Mehdi träumt hingegen von einer Karriere als Zeichner. Ein Freundschaftsdrama in Form eines Road Movie, das vom mutigen Ausbruch zweier junger Menschen aus stagnierenden Gesellschaftsverhältnissen erzählt. Gesellschaftskritik wird dabei unaufdringlich formuliert. - Ab 14.

Blame

  • Schweiz 2025
  • R: Christian Frei

Die chinesische Virologin Zhengli Shi, ihr Landsmann Linfa Wang und der britisch-amerikanische Zoologe Peter Daszak erforschten schon früh die Übertragungswege von Erregern, die von Tieren auf Menschen überspringen. Mit Ausbruch der Covid-19-Pandemie standen sie plötzlich im Licht der Öffentlichkeit. Der Dokumentarfilm arbeitet den Kern ihrer Analysen heraus und konfrontiert mit den Auswüchsen der Pandemie. - Sehenswert ab 14.

Lexikon des internationalen Films

Nachruf auf Nathalie Baye

Die Schauspielerin Nathalie Baye hatte ihren Durchbruch bereits mit 25 Jahren als allgegenwärtige Regieassistentin in François Truffauts „Die amerikanische Nacht“ und stieg dann rasch in die erste Reihe der französischen Darstellerinnen auf. Bescheidenheit und Zurückhaltung verbanden sich in ihrem Spiel mit der Ausstrahlung selbstbestimmt ihren Weg gehender Frauen. In Filmen wie „Schöne Venus“, „Eine fatale Entscheidung“ und vielen anderen lotete sie facettenreich die widersprüchlichen Gefühlswelten ihrer Charaktere aus.

Von Marius Nobach

Julia Ducournau

Wenn man einen Horrorfilm schaut, macht man eine Art Reinigung durch. Man erlangt Kontrolle über seine Ängste, egal ob rational oder irrational. Ich schätze das sehr. Aber es ist eine Katharsis: echte Angst, wenngleich in einem sicheren Raum.

Neu in Mediatheken

Die Stockholm Story

  • Kanada 2018
  • R: Robert Budreau
  • Mit: Ethan Hawke
Krimikomödie darüber, wie das "Stockholm-Syndrom" zu seinem Namen kam.
Aktuell in der ARD-Mediathek

Parasite

  • Südkorea 2019
  • R: Bong Joon-ho
  • Mit: Song Kang-ho
Farce um zwei Familien aus Seoul von entgegengesetzten Enden der Gesellschaft.
Bis 26.4. in der ARD-Mediathek

Die Queen

  • Großbritannien 2006
  • R: Stephen Frears
Porträt von Elisabeth II. und ihrem Umgang mit dem Tod von Prinzessin Diana.
Bis 17.5. in der 3sat-Mediathek

Weites Land

  • USA 1958
  • R: William Wyler
  • Mit: Gregory Peck
Western-Klassiker: Gregory Peck gerät in den Konflikt zweier Rancher-Familien.
Bis 18.5. in der arte-Mediathek

TV aktuell

The Limehouse Golem (Tele5)

  • Großbritannien 2016
  • R: Juan Carlos Medina
  • Mit: Olivia Cooke
Historischer Whodunit um Serienmorde im viktorianischen London.
21.4., 20.20-22.25, Tele 5

DVD | BD | Streaming Tipps

Peter Hujar's Day

  • Auf DVD & digital: Auf authentischen Tonbandaufnahmen beruhendes Kammerspiel über ein langes Interview der Autorin Linda Rosenkrantz, die 1974 den Fotografen Peter Hujar über einen Tag in Manhattan 1974 erzählen lässt.

Only Margo

  • Bei Apple TV+: Eine Dramedy-Serie um eine junge Frau, die wegen einer ungeplanten Schwangerschaft jede Menge Probleme mit der Frage hat, wie sie genug Geld für sich und das Baby verdienen kann.

Big Mistakes

  • Bei Netflix: Eine Mischung aus Krimikomödie und Familien-Sitcom um ein Geschwisterpaar, das unfreiwillig in kriminelle Machenschaften verwickelt wird.

Song Sung Blue

  • Auf DVD/BD & digital: Musikfilm um zwei Amateurmusiker, die sich in den 1980er-Jahren ineinander verlieben, zu einer Tribute-Band zusammenschließen und Songs von Neil Diamond aufführen, bis Schicksalsschläge sie ausbremsen.

Sentimental Value

  • Auf DVD/BD & digital: Familiendrama um einen gealterten Regisseur, der seine entfremdete Tochter für die Hauptrolle seines neuen Films gewinnen will.

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Scream 7

USA 2026
R: Kevin Williamson
Mit: Neve Campbell